Die Teichinsel
Der Ursprung von Hollsteitz?
In Hollsteitz gibt es ein noch heute existierendes Indiz für den Platz der möglichen Erstansiedlung. Alle Hollsteitzer kennen unseren schönen Parkteich und wissen auch, dass sich darin (nahe des westlichen Teichufers) eine Insel befindet. Den Wenigsten ist aber bekannt, dass sich früher auf dieser Insel ein Gebäude befand. Man möchte das kaum glauben, da die Insel ja nur relativ geringe Abmessungen hat.
Einen stichhaltigen Beweis dafür, dass diese Insel einst bebaut war, erbringt uns ein Blick auf die erste maßstäbliche Kataster-Flurkarte von Hollsteitz, die etwa um 1860 entstand. Untenstehende Abbildung zeigt, insbesondere für Ortskundige, einen beeindruckenden Ausschnitt aus diesem Kartenwerk.
Wenn wir einen Blick auf diese alte Karte werfen, so fällt zunächst auf, dass der Teich um 1860 noch aus zwei Teilflächen bestand.

Das „Urgebäude“ muss schon lange vor 1300, der Ersterwähnung von Hollsteitz errichtet worden sein und hatte sicher eine herausragende Bedeutung für die Gründung und den weiteren Ausbau unseres Dorfes. Man kann es wohl als Keimzelle der Besiedlung von Hollsteitz ansehen. Dabei bleibt allerdings offen, ob bereits die Sorben oder spätere deutsche „Besitzer“ den Wassergraben um das „Urgebäude“ angelegt haben, aus dem der sogenannte „Wall“ hervorging.
Ähnliche Anlagen befanden sich auch in Thierbach und vor allem in Gladitz, wo wir es sogar mit einem Doppelwaal zu tun haben.
Das Teichhaus verlor mit der späteren Errichtung der Rittergutsbauten seine ursprüngliche Bedeutung, wurde zum Wohnhaus (Nr. 25) umgewidmet und schließlich 1913 abgebrochen. Normalerweise müssten sich im Erdreich der Insel noch Reste der steinernen Fundamente des Teichhauses nachweisen lassen.
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